Kvaratskhelia zu Arsenal? Haltet den Atem an, Gunners
Schaut, die Gerüchteküche brodelt, und die Arsenal-Fans lassen sich, wie zu erwarten, ein wenig mitreißen. Das neueste Gerücht besagt, dass Khvicha Kvaratskhelia, frisch von einer soliden, wenn auch unspektakulären Saison bei PSG, ein Hauptziel für Mikel Artetas Mannschaft ist. Transfer Talk pusht es, und klar, die Vorstellung, dass Kvara die Premier League für die Gunners aufmischt, klingt auf dem Papier großartig. Aber lasst uns hier mal auf die Bremse treten.
Die Napoli-Magie kehrt nicht zurück
Erinnert ihr euch an "Kvaradona"? Den Typen, der 2022-23 die Serie A mit Napoli aufmischte, 12 Tore erzielte und 10 Assists beisteuerte, als sie zum Scudetto segelten? Das ist der Spieler, an den sich jeder erinnert. Das ist der Spieler, den Arsenal *glaubt* zu bekommen. Aber seine erste Saison in Paris war eine andere Geschichte. Er schaffte nur 8 Tore und 7 Assists in allen Wettbewerben für PSG. Nicht schlecht, nicht großartig, sicherlich nicht die elektrisierende Leistung, die die Art von Geld rechtfertigen würde, die PSG verlangen würde. Er ist ein guter Spieler, absolut. Aber er hat diese absurden Höhen seit seinem Abschied aus Neapel nicht mehr erreicht. Seine Erfolgsquote bei Dribblings sank von 55 % bei Napoli auf 48 % bei PSG, ein merklicher Rückgang für einen Spieler, dessen Hauptwaffe seine Fähigkeit ist, einen Mann auszuspielen.
Die Sache ist die, Arsenal hat bereits eine Reihe von Flügelspielern. Bukayo Saka ist auf der rechten Seite gesetzt. Gabriel Martinelli, obwohl 2023-24 etwas unbeständig, bietet immer noch eine rasante Geschwindigkeit auf der linken Seite. Leandro Trossard erwies sich als zuverlässiger Ersatz und steuerte in der letzten Saison 12 Tore in allen Wettbewerben bei. Wo genau passt Kvaratskhelia als unangefochtener Stammspieler hin, besonders angesichts seiner gemeldeten Bewertung von über 100 Millionen Euro? Es fühlt sich an wie ein Luxuskauf, ein "Lasst uns einfach ein weiteres glänzendes Spielzeug holen"-Schritt, anstatt einen klaren Positionsbedarf zu decken. Die Gunners brauchen einen klinischen Stürmer, jemanden, der konstant 20 Ligatore erzielen kann, nicht einen weiteren trickreichen Flügelspieler.
Artetas Erfolgsbilanz bei großen Einkäufen
Das ist das Ding mit Arteta und teuren Offensivverpflichtungen: Sie schlagen nicht immer sofort ein. Nicolas Pepe kam 2019 für 72 Millionen Pfund und rechtfertigte den Preis nie wirklich, er ging 2023 ablösefrei. Kai Havertz, der sich schließlich als falsche Neun zurechtfand, brauchte nach seinem 65-Millionen-Pfund-Wechsel von Chelsea im letzten Sommer eine halbe Saison, um sich wohlzufühlen. Kvaratskhelia würde in eine neue Liga, ein neues System und mit einem noch höheren Preisschild kommen. Der Druck wäre immens. Und seien wir ehrlich, er ist nicht gerade bekannt für seine defensive Arbeitsmoral, die Arteta von seinen Außenbahnspielern verlangt. Saka und Martinelli arbeiten ständig nach hinten. Kvara? Nicht so sehr. Seine durchschnittlichen Tackles pro 90 Minuten sanken von 1,1 bei Napoli auf 0,7 bei PSG.
Das soll nicht heißen, dass Kvaratskhelia in England nicht irgendwann erfolgreich sein könnte. Aber Arsenal befindet sich in einem Titelrennen, nicht in einem Entwicklungsprojekt. Sie brauchen sofortige Leistungsträger, die perfekt ins System passen. Dieser Schritt fühlt sich eher wie ein PR-Spiel an als ein taktischer Geniestreich.
Das wahre Ziel, das Arsenal braucht
Mal ehrlich: Arsenals Priorität muss ein Stürmer sein. Sie beendeten die Premier League als Zweiter, nur zwei Punkte hinter Manchester City, obwohl ihr bester Torschütze, Saka, nur 16 Ligatore erzielte. Erling Haaland hatte 27 für City. Ollie Watkins hatte 19 für Aston Villa. Ivan Toney hat trotz seiner Sperre gezeigt, dass er 20 Tore in einer Saison erzielen kann. Das ist die Art von Unterschiedsspieler, die sie brauchen. 100 Millionen Euro für einen Flügelspieler auszugeben, wenn man immer noch auf Havertz oder Gabriel Jesus als Sturmspitze angewiesen ist, fühlt sich wie eine Fehlkalkulation an.
Ich wage mich hier mal aus dem Fenster: Dieses Kvaratskhelia-Gerücht ist alles Rauch und kein Feuer. Arsenal wird eine große Offensivverpflichtung tätigen, aber es wird nicht er sein. Sie werden bis Ende Juli auf eine bewährte Nummer 9 umschwenken.