Das war hässlich. Nein, streichen Sie das – es war eine absolute Katastrophe. Die Tottenham-Fans, die am Samstag nach dem Schlusspfiff noch auf ihren Plätzen saßen, hatten gerade eine 3:0-Demontage zu Hause gegen Nottingham Forest miterlebt. Forest, ein Team, das genauso hart wie die Spurs um den Klassenerhalt kämpft, kam nach Nord-London und behandelte das Tottenham Hotspur Stadium wie ihren eigenen Trainingsplatz. Igor Tudors Flitterwochen, wenn man sie nach nur sechs Ligaspielen überhaupt so nennen kann, scheinen offiziell vorbei zu sein.
Das war keine knappe Niederlage gegen einen Titelanwärter. Das war eine Kapitulation gegen eine Mannschaft, die vor Samstag nur zwei Auswärtssiege in der gesamten Saison erzielt hatte. Morgan Gibbs-White eröffnete den Torreigen in der 34. Minute mit einem sauberen Abschluss, der sich wie ein Schlag in den Magen anfühlte. Dann kam das zweite Tor, ein Geschenk, wirklich, als Danilo in der 58. Minute nach einer wirklich statischen Spurs-Verteidigung einschob. Und zur Sicherheit machte Taiwo Awoniyi in der 71. Minute das dritte Tor und ließ Guglielmo Vicario keine Chance. Man konnte die Buhrufe von den Tribünen hören, ein Geräusch, das in dieser Saison viel zu vertraut wird.
**Der Tudor-Touch: Mehr Fragen als Antworten**
Tudor kam mit dem Ruf eines intensiven, hoch pressenden Fußballs, aber was wir am Samstag sahen, war alles andere als das. Seine taktischen Änderungen, insbesondere Pedro Porro höher zu schieben und Destiny Udogie zu bitten, sich zu invertieren, wirken ohne Ball völlig verloren. Porro, Gott segne ihn, ist ein Wing-Back, kein Flügelspieler, und das zeigte sich. Er wurde wiederholt aus der Position gebracht und ließ auf der rechten Flanke riesige Räume für Forest, die sie ausnutzen konnten. Das erste Tor entstand insbesondere aus einem Spielzug auf seiner Seite.
Die Sache ist, das ist nicht nur ein schlechtes Spiel. Tottenham hat jetzt vier ihrer letzten fünf Ligaspiele verloren. Sie haben in diesen fünf Spielen 11 Gegentore kassiert, eine Defensivbilanz, die sie fest in die Abstiegsdiskussion bringt. Erinnern Sie sich an die 6:1-Klatsche gegen Newcastle im April? Das fühlte sich in seiner völligen Kampflosigkeit unheimlich ähnlich an. Richarlison, der die Antwort im Sturm sein sollte, schaffte im gesamten Spiel nur einen Schuss aufs Tor. Er wirkte frustriert, isoliert und ehrlich gesagt ein wenig verloren. Und fangen Sie gar nicht erst mit dem Mittelfeld an, das aussah, als wäre es aus Treibsand. Yves Bissouma, einst eine dynamische Kraft, scheint einen Schritt an Tempo und einen Schritt an Gedanken verloren zu haben.
**Abstiegsrealität? Sie ist näher, als Sie denken**
Schauen Sie, niemand will das „A“-Wort sagen, besonders nicht für einen Verein wie Tottenham. Aber die kalten, harten Fakten starren ihnen direkt ins Gesicht. Sie sitzen auf dem 16. Tabellenplatz, nur zwei Punkte über der Abstiegszone. Everton, derzeit 18., hat ein Spiel weniger. West Ham, 17., zeigt unter ihrem neuen Trainer Lebenszeichen. Das ist nicht nur ein Ausrutscher; das ist ein anhaltender Abstieg.
Hier ist die kühne These: Tottenham *wird* absteigen. Nicht, weil sie kein Talent haben – Son Heung-min ist immer noch ein Weltklassespieler, und James Maddison hat Momente der Brillanz –, sondern weil es ihnen an Führung, einem kohärenten Plan und ehrlich gesagt jeder Art von Rückgrat mangelt, wenn es schwierig wird. Die Kultur im Verein scheint kaputt zu sein. Ein Team mit ihren Ressourcen sollte nicht dort sein, wo sie sind, und die Tatsache, dass sie es sind, spricht Bände über systemische Probleme. Tudor mag ein guter Trainer sein, aber er hat einen vergifteten Kelch geerbt, und er scheint schlecht gerüstet zu sein, um das Ruder herumzureißen.
Meine kühne Vorhersage? Tottenham wird diese Saison auf Platz 19 beenden.