Das kolportierte Interesse von Manchester United an Alphonso Davies vom FC Bayern München ist, seien wir ehrlich, ein klassischer United-Schachzug. Großer Name, großes Preisschild und eine Position, die, obwohl wichtig, vielleicht nicht ihre größte Schwäche ist. Aus Deutschland heißt es, dass die Bayern rund 50 Millionen Pfund für den kanadischen Nationalspieler verlangen, eine Summe, die für einen Spieler, dessen Vertrag nur noch etwas mehr als ein Jahr läuft, hoch erscheint. Sein aktueller Vertrag läuft im Juni 2025 aus. Real Madrid hat ebenfalls seit Monaten die Fühler ausgestreckt.
Davies hat unbestreitbares Talent. Er stürmte 2020 auf die Bildfläche und erreichte gegen Borussia Dortmund eine Höchstgeschwindigkeit von 36,5 km/h – die damals schnellste in der Bundesliga-Geschichte. Er war ein wichtiger Bestandteil der Triple-Gewinner-Mannschaft der Bayern in diesem Jahr und stand im Champions-League-Finale gegen PSG in der Startelf. In dieser Saison verzeichnete er acht Assists in allen Wettbewerben. Diese Art von explosiver Geschwindigkeit und Offensivleistung macht ihn so attraktiv.
Aber hier ist die Sache: Ist er das, was United im Moment *braucht*? Luke Shaw ist, wenn er fit ist, wohl einer der besten Linksverteidiger der Liga. Er war in der Saison 2020/21 phänomenal und kreierte 72 Chancen in der Premier League. Tyrell Malacia zeigte nach seinem 13-Millionen-Pfund-Wechsel von Feyenoord im Juli 2022 zwar eine durchwachsene Debütsaison, aber auch vielversprechende Ansätze. Die Linksverteidigerposition fühlt sich angesichts der anderen Mängel im Kader eher wie ein Luxus-Upgrade als eine Notwendigkeit an.
Uniteds Priorität sollte ein bewährter Torschütze und ein dominanter zentraler Mittelfeldspieler sein. Sie erzielten in der letzten Saison nur 57 Premier-League-Tore, weniger als Brighton and Hove Albions 58. Rasmus Højlund erzielte in seiner ersten Saison 10 Ligatore, was für einen 20-Jährigen nicht schlecht ist, aber die Last kann nicht allein auf ihm liegen. Und das Mittelfeld wirkte oft überrannt, besonders gegen Top-Gegner. Man denke nur an die 3:1-Niederlage gegen Arsenal im Emirates im September, wo Declan Rice und Martin Ødegaard die Show bestimmten.
Davies' Verletzungsgeschichte ist ebenfalls ein kleines Problem. Er verpasste Anfang 2022 aufgrund einer Myokarditis viel Zeit und hatte wiederkehrende Oberschenkelprobleme. In der letzten Saison fehlte er in 13 Spielen in allen Wettbewerben. Obwohl nicht chronisch, ist es etwas, das man bei einer Ausgabe von 50 Millionen Pfund berücksichtigen sollte. Man möchte einen Spieler, der konstant auf dem Platz stehen kann, besonders im anspruchsvollen Spielplan der Premier League.
Ganz ehrlich: Dieser Wechsel fühlt sich eher wie eine Statement-Verpflichtung als eine strategische an. United hat eine Geschichte, große Namen zu jagen, manchmal zu ihrem Nachteil. Man denke an die Verfolgung von Frenkie de Jong im Sommer 2022, eine Saga, die sich über Monate hinzog und letztendlich zu nichts führte. Sie landeten bei Casemiro, der trotz all seiner Qualität jetzt 32 ist und Anzeichen eines Rückgangs zeigt.
Meine kühne These? United sollte von Davies absehen. Nutzen Sie diese 50 Millionen Pfund und alles andere, was sie haben, um einen Top-Stürmer zu sichern, der 20+ Ligatore garantieren kann, und einen defensiven Mittelfeldspieler, der Spiele dominieren kann. Andernfalls werden sie nur einen Bereich flicken, während das Dach anderswo einstürzt.
Kühne Vorhersage: Davies bleibt mindestens noch eine Saison bei Bayern, oder er landet bei Real Madrid. United wird sich einem pragmatischeren Ziel zuwenden.